Die Ausgangslage
Patrick stand vor einem Jobwechsel, vom Konzern in eine Digitalberatung. Alle drei Interviewrunden waren überstanden. Nun hoffte er, ein Angebot zu erhalten. Sein Wunschgehalt hatte er im Prozess mit 70.000 € angegeben, war sich aber unsicher, was bei der neuen Firma möglich ist. Über eine Freundin hörte er von Nova Salary und vereinbarte ein Gespräch, ursprünglich mit dem Ziel sein Zielgehalt zu verteidigen.
Die Vorbereitung mit Nova Salary
Gemeinsam haben wir uns die Gehaltsspannen für Produktmanager, und konkret in der Beratung, angesehen. Dabei zeigte sich: Die realistische Spanne für die Rolle liegt zwischen 68.000 € und 75.000 €. Patrick setzte sein neues Ziel daraufhin auf 75.000 €.
Als Nächstes haben wir auf Basis der Stellenbeschreibung und Patricks Erfolgen beim vorigen Arbeitgeber stichhaltige Argumente erarbeitet, warum sein Beitrag beim neuen Arbeitgeber wertvoll sein wird. Zum Beispiel haben die Kunden der Beratung häufig Herausforderungen, die Patrick bereits von seiner aktuellen Rolle im Konzern kennt. So hat Patrick eine konkrete Begründung für die Erhöhung seines Zielgehalts ausarbeiten können.
Zuletzt haben wir die wahrscheinlichsten Gegenargumente besprochen und die Verhandlung live in einem Rollenspiel geübt, inklusive konkreter Tipps zur Gesprächsführung.
Wie die Verhandlung ablief
Zwei Personen spielten eine Rolle: Patricks zukünftige Vorgesetzte (Head of Product), die das mündliche Angebot machte, und seine Ansprechpartnerin im Recruiting, mit der er anschließend über die Konditionen verhandelte.
Offer Call mit der Head of Product. Patrick erhielt den Anruf, dass man ihm gern ein Angebot über 69.000 € machen möchte, etwas unter seinem zuvor genannten Wunschgehalt. Patrick bedankte sich, bat um etwas Bedenkzeit und fragte, ob es beim Gehalt noch Spielraum gäbe. Die Head of Product sagte, das Gehalt sei ihr vom HR-Team vorgegeben, sie habe keinen Spielraum.
E-Mail ans Recruiting. Patrick schrieb eine kurze, freundliche E-Mail, bedankte sich für das Angebot und den guten Interviewprozess und bat um ein Telefonat, um über die Rahmenbedingungen zu sprechen.
Telefonat mit dem Recruiting. Am folgenden Tag führte Patrick das Gespräch, bedankte sich erneut und betonte, dass er sich über das Angebot freut und sich aufgrund seiner Vorerfahrung ein Gehalt von 77.000 € vorstellt (ein bewusst etwas höher gesetzter Anker). Auf die Rückfrage, warum sich sein Wunschgehalt verändert habe, konnte Patrick mit den vorab definierten Argumenten antworten. Die Ansprechpartnerin sagte zu, das Angebot intern zu besprechen.
Das verbesserte Angebot. Einige Tage später meldete sich das Recruiting mit einem verbesserten Angebot über 73.500 €. Patrick war sehr zufrieden und nahm es nach einem Tag Bedenkzeit an.
Was du daraus mitnehmen kannst
Nenne deine Zahl nicht zu früh. Patricks erstes Angebot war nah am Wunschgehalt, das er im Prozess genannt hatte. Wer sich früh festlegt, verschenkt Spielraum. Dies lässt sich mit dem richtigen Ansatz nachträglich korrigieren, wie unser Beispiel zeigt.
„Kein Spielraum" ist selten das letzte Wort. Die erste Reaktion auf höheres Gehalt war eine Absage von der Vorgesetzten. Frag nach, wer tatsächlich über das Budget entscheidet und wiederhole deine Forderung.
Ein guter Anker zieht das Ergebnis nach oben. Patrick setzte seinen bei 77.000 € und landete bei 73.500 €, mehr, als ohne den Anker realistisch gewesen wäre.
Willst du diese Prinzipien in deiner nächsten Verhandlung anwenden? Wir bereiten dich individuell darauf vor.
Gespräch vereinbarenDas größte Aha-Erlebnis war gar nicht, die Gehaltsbänder zu kennen oder Argumente zu definieren. Aber am Ende haben diese Daten und auch die Argumente mir geholfen, das Selbstvertrauen aufzubauen, um das höhere Gehalt wirklich zu kriegen. Dadurch war ich in den späteren Gesprächen ruhig und fokussiert.
Das Ergebnis
Patrick hat seinen neuen Traumjob gefunden und sein ursprüngliches Wunschgehalt um 5 % übertroffen. Wir freuen uns sehr, dass wir einen Beitrag zu seinem Erfolg leisten konnten und wünschen ihm viel Erfolg in der neuen Rolle!